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Die Gründung der Stadt Bern
Die Zähringer bauen Stadtmauern
Das 11. Jahrhundert war eine unruhige Zeit. Grosse und kleine Fürsten trugen ihre Fehden aus. Nach 1200, als die Ritter nicht mehr zu Kreuzzügen aufgerufen wurden, artete das Rittertum zum Raubrittertum aus. Handwerker und Kaufleute waren gefährdet. Der Kaiser stritt mit dem Papst, und eine Zeitlang hatte es überhaupt keinen Kaiser. Das war die „kaiserlose, die schreckliche Zeit“, das Interregnum. Das ungeschützte Landvolk litt unter dem Faustrecht und begab sich gerne hinter schützende Stadtmauern.
Die Zähringer waren ein mächtiges Herrschergeschlecht. Sie besassen viele Städte, Dörfer und Burgen. Zudem waren sie Rektoren von Burgund (Stellvertreter des Kaisers oder Königs im Gebiet des heutigen Mittellands). Doch der burgundische Adel stellte sich gegen die Rektoren. Deshalb gründeten oder befestigten die Zähringer viele Städte als Bollwerke gegen den aufständischen Adel.
Herzog Berchtold V. von Zähringen gründet 1191 eine neue Stadt
Die Gründungssage1. Die (zerfallene) keltisch-römische Siedlung auf der Engehalbinsel hiess wahrscheinlich „Brenodor“ (=Ort in der Flussschleife). Herzog Berchtold übernahm diese alte keltische Bezeichnung.
2. Herzog Berchtold kannte die oberitalienische Stadt Verona gut (Verona = Bern), es war eine Zähringerstadt. Er gab deshalb der neu gegründeten Stadt diesen Namen. Es war die Zeit, als alte Heldensagen Mode waren und Berchtold war ein Fan von „Dietrich von Bern“, der im 5. Jahrhundert in Oberitalien gelebt hatte. Und die Zähringer schien es nicht zu stören, wenn Städte gleich hiessen: so war Freiburg im Breisgau die Stadt zu Füssen ihres Stammschlosses, und als sie 1177 an der Saane, in einer ähnlichen Flussschleife wie Bern, eine neue Stadt gründeten , war das eben Freiburg im Üechtland.
3. Wo heute die Nydeggbrücke steht, befand sich im 12. Jh. eine Fähre. Sie war eine wichtige Verbindungsstelle zwischen dem Königreich Burgund (französischsprechend) und dem Herzogtum Alemannien (deutschsprechend), die Aare war der „Röstigraben“ von damals. Am rechten Aareufer, wo heute das Klösterli ist, befand sich eine wichtige Herberge mit Schenke, eine Taverne, älter: Taberna. So wurde der Ort vor 1191 entweder Tabernae oder de Tabernis genannt, was sich dann zu Berna oder Bern abschliff.
4. Die Gründungssage hat einen wahren Kern. Danach liess der Herzog eine Jagd veranstalten. Das erste erlegte Tier sollte der neuen Stadt den Namen geben. „Nu wart des ersten ein ber gevangen, darumb wart die stat bern genempt; und gab do den burgeren in der stat ein wappen und schilt, nemlich einen swarzen bern in einem wissen schilt in gender wise“ berichtete ein Chronist des 14. Jahrhunderts.
Ein Chronist berichtet, dass die Handwerker beim Bauen sagten: „Holz, lass dich hauen gern, die Stadt muss heissen Bern“.
Rekonstruktion Bern Die Zähringerstadt
Im Schloss wohnte ein Ritter aus der Umgebung, der im Namen von Herzog Berchtold regierte. In der Hauptgasse wurde Markt gehalten. In den Hintergassen irrten Schweine und Hühner herum. Korn- und Heufuder wurden abgeladen. Morgens trieben die Hirten das Stadtvieh auf die Allmend. In den Werkstätten und vor den Häusern arbeiteten Handwerker: Bäcker, Gerber, Schmiede, Schuster, Sattler und Wagner. In der Matte lärmten Mühlen, Stampfen und Sägereien.
Herzog Berchtold gab befreundeten Adeligen aus der Umgebung Ländereien, die dem Reich gehörten, zu Lehen. Diese Güter konnten sie weiterleihen, „verpachten“, und aus ihnen Einkünfte beziehen. Dafür übernahmen die belehnten Adeligen die Pflicht, die junge Stadt zu beschützen und die Bauern und Handwerker im Krieg anzuführen. Zu diesen Adeligen gehörten z. B. Egerdon auf dem Gurten, die Herren von Rümligen, Bremgarten und Bubenberg. Diese bauten auch die ersten Steinhäuser in der Stadt (an der Junkerngasse). Wahrscheinlich lebten sie aber zeitweise in ihren alten Sitzen auf dem Lande. Ruinen ihrer Stammburgen haben sich bis heute erhalten.
Bern wird reichsfrei
Neben den Zähringern gab es noch viele andere grosse und kleine Herrschergeschlechter in unserem Land, die durch Kauf, Erbe, Heirat oder Krieg ihr oft unzusammenhängendes Gebiet vergrössern wollten: Savoyer, Kyburger, Lenzburger, Habsburger. Im Jahre 1218 starb Herzog Berchtold V. von Zähringen kinderlos. Seine Eigengüter (Burgdorf, Thun, Freiburg) gingen an die Kyburger. Sein Reichsgüter (Bern) fielen ans Reich zurück. Kaiser Friedrich II. gab den Bernern eine Urkunde, in der er die Reichsfreiheit bestätigte (goldene Handfeste). Direkt dem (fernen) Kaiser Untertan zu sein, brachte damals den Dörfern und Städten Vorteile. Bern wurde nun von einem Schultheiss und einem Rat (12 Ratsherren) regiert.
Graf Peter von Savoyen wird Schutzherr von Bern
Als die Berner im Jahr 1230 beim Untertor eine Brücke bauen wollten, kam der Graf von Kyburg, dem das andere Aareufer gehörte, und verbot ihnen den Brückenbau.
Bau der Untertorbrücke König Rudolf von Habsburg belagert Bern
1273 wurde Rudolf von Habsburg zum König des Deutschen Reiches gewählt. Er verlangte von den freien Reichsstädten eine Vermögenssteuer.

Rudolf von Habsburg
Der Laupenkrieg 1339
Durch Kauf, Eroberung und Aufnahme ins Burgrecht (Ausburger) erwarb sich Bern Dörfer und Burgen bis zu den Alpen. 1324 hatte Bern die Stadt Laupen gekauft. Später eroberte es das freiburgische Gümmenen (Brückenort). Die Freiburger und die seeländischen Ritter sahen ungern zu, wie sich Bern an der Sense festzusetzen begann.
Schlacht bei Laupen 1339DIE ARBEITSBLÄTTER
(als PDF zum Downloaden)
Vom gleichen Autor:
www.mittelschulvorbereitung.ch
www.mittelschulvorbereitung.ch/englisch
www.mittelschulvorbereitung.ch/franz
www.sekundarschulvorbereitung.ch
www.deutschalsfremdsprache.ch
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20. Jahrhundert Ze(itgeschichte)
Weltkriege, Faschisten, Kommunisten, Atombombe, Kalter Krieg, Mondlandung
18. Jahrhundert Au(fklärung)
moderne Regenten, empirische Wissenschaft, technische und gesellschaftliche Revolutionen, Neue Welt
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