RÄUME UND GESELLSCHAFTEN
IM WANDEL DER ZEIT

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Zwischenkriegszeit bis De Gaulle

Als Reaktion auf die Kriegsjahre folgten die überschäumenden, verrückten Zwanzigerjahre (Dadaismus, Surrealismus, Saxofon und Bubikopf)), die von den depressiven Dreißigerjahren abgelöst wurden.
Eine Weltwirtschaftskrise schuf ein riesiges Heer Arbeitslose. Regierungskrisen waren häufig, es bildeten sich rechtsextremistische Gruppen (z.B. „Croix de Feu”). Blutige Kämpfe zwischen Rechtsextremen und Linken waren ähnlich wie die faschistischen Straßenkämpfe in Deutschland und Italien.

Im blinden Vertrauen auf seinen Verteidigungswall an der Grenze zu Deutschland (Maginot-Linie) rechnete Frankreich nicht mit einem Angriff Hitlers. Als Frankreich 1939 Deutschland aus Bündnisgründen (Hitler hatte Polen überfallen) den Krieg erklären musste, kam es zu dem achtmonatigen „Drôle de Guerre”, bis die Deutschen im Mai 1940 ihren „Blitzkrieg” über Belgien begannen.

Deutsche Soldaten erstürmen einen Bunker der Maginot-Linie
30 Tage später marschierten deutsche Soldaten über die Champs-Elysées. Marschall Pétain kapitulierte im Namen Frankreichs, während der General Charles de Gaulle seine Landsleute über das britische Radio zum Widerstand aufrief („La France a perdu une bataille, elle n’a pas perdu la guerre”).

Während der größte Teil der Franzosen sich den Deutschen gegenüber feindselig-passiv verhielt, gab es auch Kollaborateure (Helfer). Die Untergrundkämpfer der Résistance konnten nicht viel ausrichten. Die Rettung nahte erst, als die Alliierten (Engländer und Amerikaner) unter General Eisenhower am 6. Juni 1944 in der Normandie landeten.



Charles de Gaulle
De Gaulle bestand darauf, dass französische Truppen als Erste in Paris einmarschierten, was zum Wiedererstarken des französischen Selbstbewusstseins beitrug. Es war aber eine Tatsache, dass die ehemalige Grande Nation von nun an neben den neuen Supermächten USA und USSR nur noch eine untergeordnete Rolle spielte. 1946 wurde die Vierte Republik ausgerufen, die aber sehr unstabil war. Das französische Kolonialreich zerbröckelte.

Indochina (Vietnam) war im 2. Weltkrieg von den Japanern besetzt gewesen. Als 1946 die Franzosen zurückkehrten, lehnten sich die Vietnamesen dagegen auf. Der Krieg dauerte bis 1954, als die französische Schlüsselstellung Dien Bien Phu fiel. (Später setzten amerikanische Soldaten den Kampf gegen die kommunistischen Vietcongs fort). Auch Algerien lehnte sich in einem Unabhängigkeitskrieg gegen die Franzosen auf.

Diese Misserfolge der Vierten Republik brachten wieder Charles de Gaulle auf die politische Bühne.
Assemblée Nationale, das französische Parlament
De Gaulle trotzte der Nationalversammlung (Legislative) eine neue Verfassung ab, die seinen Wünschen entsprach und ihn mit recht großen Machtbefugnissen ausstattete (Fünfte Republik). Trotz seinem leidenschaftlichen Nationalismus und seinem Hang zur Grandeur hatte de Gaulle die Zeichen der Zeit erkannt und baute das Kolonialreich ab (was ihm aber Feinde unter den Rechtsextremisten schuf: Attentatsversuche). Frankreich trat aus der Nato (dem Verteidigungsbündnis) aus und baute eine eigene Atomstreitmacht auf, die Force de Frappe.
Der Flugzeugträger Charles de Gaulle






































































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